Silkes & Peters Weltumsegelung
Das Tagebuch der Riekeits
November 2009
Nachdem wir am 30.10.09 um 12:50 Uhr in Albufeira
die Leinen losgemacht haben, ging es mit direktem Kurs Richtung
Porto Santo, einer Madeira Vorgelagerten Insel.
Die Fahrt verlief zunächst relativ Ereignislos, Kurs 244°
Wind 4-5 Bft 5,5 Knts Fahrt. Also alles vom feinsten, so genanntes
Kaffeesegeln. Ab und an sahen wir neben der Sparrow ein paar Wale,
die uns eine weile begleiteten.

Doch die See kann auch anders.
Am 02.11.09 um 08:10 schlug das Wetter um, und aus dem Kaffeesegeln
wurde eine elendige Rollerei.
Der Wind stieg an auf 6-7 Bft aus achterlicher Richtung, die 2-3m
hohen Wellen kamen jedoch genau Steuerbord querab, was uns ganz
schön durchschaukelte, da der Gegendruck in den Segeln fehlte.


Hier noch ein Tipp vom Skipper: Es ist nicht nötig
viel Geld für einen Krängungsmesser auszugeben, ein einfaches
Frotteehandtuch freischwingend aufgehängt tut es auch. HI HI

Bei so einem Wetter bleibt man doch lieber im Bett,
wo wir dann den Grossteil der restlichen Überfahrt verbracht
haben.

Am 03.11.09 um 07:45 Uhr war es dann soweit „Land
in Sicht“ Porto Santo lag genau vor uns.

Um 15:15 Uhr nach 5Tagen auf See und 410 Seemeilen
betreten wir wieder Land.
Die Riekeits sind auf Porto Santo!
Am 04.11.09 machten wir eine Inselrundfahrt.
Zwei Stunden Später war die Inselrundfahrt allerdings schon
wieder vorbei. Ihr ahnt es wahrscheinlich schon, Porto Santo ist
nicht gerade groß, hat aber durchaus seinen Reiz.


Am 07.11.09 malt Petecasso ein Graffiti an die Hafenmauer.
Aus alter Tradition verewigen sich Fahrtensegler aus aller Welt
auf der Hafenmauer. Da darf die Sparrow natürlich nicht fehlen!


Am 09.11.09 um 10:20 fahren wir weiter nach Madeira,
der Hauptinsel, die 40 Sm Südwestlich hinter Porto Santo liegt.
Dort kommen wir um 18:45 Uhr in Funchal an und machen im Stadthafen
fest.
Die ersten Tage nutzen wir um die Stadt zu erkunden.
Funchal ist wirklich sehr schön, wir fühlen uns auf Anhieb
wohl hier.

Danach standen erstmal einige kleine Reparaturen
am Boot auf dem Plan. Die Windsteueranlage musste geschweißt
werden und ein paar Kleinigkeiten wurden nachgenäht, bevor
sie sich ganz auflösen, wie z.B. unser TO- Stander!

Am 13.11.09 haben wir uns einen Mietwagen geleistet
mit dem wir die Insel erkundeten.
Wir sind von Madeira begeistert. Silke war beeindruckt vom Cabo
Girao dem mit 580m höchsten Cliff Europas.

Pete dagegen gefielen die Passstrassen, wo er seiner
Rallyeleidenschaft nachgehen konnte und seine Opfer am Straßenrand
zurückließ, denn die Strassen verzeihen keine Fehler…Hi
Hi.



Aber Spaß beiseite. Madeira ist eine traumhaft
schöne Insel mit einer unglaublichen Vegetation.



Wir wären gern noch länger geblieben,
aber am 18.11.09 war der Wind günstig, um Richtung kanarische
Inseln aufzubrechen.
Am 18.11.09 um 00:20 legten wir ab Richtung Selvagem
Grande, einer unbewohnten Insel zwischen Madeira und den Kanaren.
Am 19.11.09 um 07:40 Taucht Selvagem am Horizont auf.

Um 09:30 Uhr liegen wir vor Anker vor Selvagem Grande.
Sonja und David von der SY Molimentum, die wir bereits aus Camaret
– sur – Mer kennen, laufen auch gerade ein, und liegen
neben uns vor Anker. Ankern ist hier nicht ungefährlich, da
der Grund vulkanisch – steinig ist, und man nur 20m von den
Klippen entfernt ist. Pete legt deswegen noch einen Tauchgang ein,
um den Anker zu checken.
Um 14:00 Uhr landen wir auf Selvagem Grande an, und werden von einem
Ranger empfangen, der unsere Sondergenehmigung kontrollierte und
uns anschließend zu einem Inselrundgang einlud.
Außer Millionen von Schneckenhäusern, etlichen Eidechsen
und einigen kargen Gewächsen wie z.B. leckere Minitomaten gibt
es auf der Insel nicht viel zu sehen. Höhepunkt der Besichtigung
war der Abstieg zu einer Höhle, die Unterirdisch durch einen
Kanal mit dem Atlantik verbunden ist. Auf dem Weg dorthin haben
wir die wahrscheinlich einzige blühende Pflanze der Insel entdeckt.
Selbst der Ranger war erstaunt.

Am 20.11.09 um 10:30 Uhr geht es Anker auf. Wir
fahren weiter Richtung La Graciosa. Die Fahrt verläuft ereignislos,
bis am 21.11.09 um 01:50 Uhr unsere Sparrow von einem Tanker, der
uns in Luv überholte, mit Altöl verschmutzt wird.

Unfassbar, wie skrupellos einige Menschen mit der
Umwelt umgehen. Zum Glück waren wir zu dem Zeitpunkt unter
Deck. Wer weiß, was das für ein Zeug war, die Flecken
sind nicht mehr aus den Segeln zu bekommen.
Am 21.11.09 um 18:00 Uhr gehen wir vor Graciosa
vor Anker.
Tags darauf stand Inselbesichtigung auf dem Plan… Hat uns
sehr gut gefallen, im Ort scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.
Allerdings wird einem Botaniker auch hier wenig geboten, trotzdem
herrscht hier eine gemütliche Atmosphäre.

Wie in jedem Hafen gibt es auch hier Zeugnisse gescheiterter
Projekte.

Am 27.11.09 um 09:30 Uhr fahren wir weiter nach
Alegranza, einer La Graciosa Vorgelagerten unbewohnten Insel.
Um vor Alegranza ankern zu dürfen, bedarf es einer Sondergenehmigung.
Wir bekommen sie ohne Probleme.
Bei unserem Rundgang auf der ruhigen und recht kargen Insel entdecken
wir dann Spuren ihrer früheren Bewohner.

Die Stärke der Insel liegt eindeutig nicht
an Land, sondern vor ihrer Küste.
Dort sahen wir Wale und Karettschildkröten, die sich um die
Sparrow tummelten.


Das war ein tolles Erlebnis, und es fiel uns schwer
weiterzufahren und Kurs Richtung Lanzerote zu setzen.
Am 29.11.09 war es dann soweit. Wir verabschiedeten uns noch von
Knut und Elke, die uns bei der Abfahrt Fotografierten. Die beiden
sind mit ihrer Segelyacht „Annaconda“ ebenfalls unterwegs
auf den Kanaren.

Am 29.11.09 um 16:25 Uhr machen wir an einer Mooring
in Arrecife auf Lanzerote Fest. Danach Schlafen.
Am 30.11.09 Geht es dann zum Offiziellen Teil über. Wir Klarieren
auf den Kanaren ein.
Damit haben wir den ersten Stempel in unserem neuem Reisepass!

Was wir auf Lanzerote so erlebt haben demnächst
hier.....
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