Silkes & Peters Weltumsegelung

Das Tagebuch der Riekeits

September 2009

 

05.09.09
Endlich war es soweit…das Wetter passt, der Motor läuft und um 6:30 machen wir die Leinen los Richtung Camaret sur Mer dem „Absprunghafen“ über die Biscaya.

11:00 Uhr plötzlich ein lautes Platschen neben der Sparrow. Noch während wir uns fragten was das nun wieder war, kam die Auflösung. Eine Schule Tümmler begleitete uns und es schien, als wollten sie mit unserer Sparrow spielen. Das war ein tolles Erlebnis!

 

14:00
Nach einer tollen Fahrt erreichen wir Camaret. Vorm Hafen Segel runter und Motor an. Soweit so gut. Dann Gang rein und dann……..? Na wer weiß es?

Krawumm!! Und der Antrieb steht Still! Nun ist uns das Getriebe um die Ohren geflogen!
Pete hat die Schnauze nun endgültig voll, und guckt nicht mal mehr nach…!
Stattdessen suchen wir uns einen Ankerplatz und fahren anschließend mit unserem Dingi nach Camaret wo gerade Jahrmarkt war. Abends noch einen Sundowner, und das war’s.

06.09.09
Heute ist Sonntag, und im Hafen ist der Bär los. Wir gucken noch ganz verschlafen aus unserem Luk, als eine ganze Armada von festlich geschmückten Booten ausläuft. Direkt vor unserem Ankerfeld fand ein Seegottesdienst statt. Also, Fotoapparat geschnappt und ab ins Dingi. Fünf Minuten später die Riekeits mittendrin!

 

Nachmittags geht´s an den Motor, dachte ich. Aber Pete denkt gar nicht dran, und pult seine Angelausrüstung aus der Achterkoje. Also bei schönstem Wetter ab ins Dingi und erkundeten Camarets Buchten und Strände. Wir fühlen uns das erste Mal wie im Urlaub, und fangen tatsächlich auch noch zwei Fische auf der Tour.

 

07.09.09
Nach dem Frühstück ziehen wir in den Hafen um. Dort besuchen wir eine alte Seefahrerkirche, und zünden eine Kerze für unsere Sparrow an. Vielleicht hilft es ja. Der Kirche hilft es in jedem fall, die Kerze kostet nämlich zwei Euro, die unter anderem dafür verwendet werden um die Kirche zu restaurieren.

 

Nachmittags baut Pete mal wieder das Getriebe aus und diagnostiziert einen Totalschaden.
Ist halt alles alter Krams, für den es auch keine Ersatzteile mehr gibt.

Abends essen wir unsere Fische, die Silke zubereitet hat und beratschlagen wie es nun weitergeht.

 

08.09.09
Heute ist Waschtag.
Während Silke Wäsche wäscht, surft Pete im Internet nach neuen Motoren.



War eindeutig die anstrengendere Arbeit :-)
Nachmittags beratschlagen wir was zu tun ist und kommen zu dem Entschluss, dass unsere Reise mit unserem Farymann hier zu ende ist!
Wir entscheiden uns für einen neuen Motor, für den Pete nach langen Verhandlungen in der Ortsansässigen Werft einen akzeptablen Preis aushandeln konnte.
Den Zuschlag bekam ein Yanmar 3YM20 incl. Getriebe.

09.09.09
Heute zahlen wir unseren Motor an, und kümmern uns um einen Krantermin, da wir für die Umbauarbeiten an Land müssen. So weit so gut…..dachten wir. Danach Stadtbummel und Einkaufen. Das war ein echtes Erlebnis nach den Versorgungsmöglichkeiten in vorangegangenen Häfen! Hier gibt´s ein „Super U“ direkt am Hafen!!!!!! Der hat auch noch alles was man braucht und ist dabei auch noch günstig. Die Liegegebühr im Hafen mit 16€ am Tag ist auch gerade mal die Hälfte von dem was wir inzwischen gewohnt waren. Dafür wird einem hier zu allem Überfluss auch noch ein wirklich schönes Städtchen mit toller Landschaft und riesigen Stränden geboten. Wir sind begeistert. Der perfekte Ort für eine Panne :-)



10.09.09
Der Krantermin fällt aus wegen …..tja keiner weiß es so genau.
Also mal wieder Zeit für Sightseeing.

11.09.09
Der Krantermin fällt aus wegen…. Tja keiner weiß es so genau.
Also mal wieder Zeit für Sightseeing.

12.09.09 (Samstag)
Endlich Wochenende, was in Frankreich bis Dienstag geht!
Wir nutzen die Zeit und bringen unsere Sparrow mal wieder auf „Vordermann“.
Abends hatten wir noch Besuch von Sonja und David von der Sy Molimentum, die auch um die Welt wollen. Da die beiden aus Österreich kommen, konnten wir uns sogar mal wieder auf Deutsch unterhalten!
War wirklich ein netter Abend.

13.09.09
Heute war eine Fahrradtour zum Südstrand angesagt. Außerdem besichtigten wir noch eine Hinkelsteinfabrik. Pietelix machte sich sofort an die Arbeit und suchte uns einen wirklich schönen Stein aus, den wir dann aber aus welchen Gründen auch immer :-) zurückließen.


15.09.09
Dienstag, es wird wieder gearbeitet aber.....der Krantermin fällt aus wegen......tja keiner weiß es so genau.....
Jetzt reicht es Pete. Selbst dem ruhigsten Pete platzt mal der Kragen und er geht auf den „Herrn des Krans“ los, der im letzten Moment auf das Rettungsboot flüchtet. Unverrichteter Dinge (Gott sei Dank) ziehen wir wieder ab, und packen unsere Sachen. Wir wollen weiter nach Brest segeln, wo die Motorfirma Mecamar noch eine Filiale hat.
Da der Vorfall im Hafen schnell die Runde machte, war keine fünf Minuten später der Chef vom Hafenbüro bei uns, und fragte was denn vorgefallen sei. Als wir ihm sagten, dass wir uns nicht verar……en lassen, sicherte er uns verbindlich zu, dass wir am nächsten Morgen als erste gekrant werden. Also warten wir mal wieder ab.

16.09.09
Ein Wunder ist geschehen!!!!
Die Sparrow wird gekrant!



Klappt alles bestens, der „Herr des Krans“ spricht allerdings kein Wort mit uns. Auch egal oder? Nicht ganz....
Als die Sparrow unterm Kran an Land steht fragt Pete höflich, ob er jetzt den Motor mit dem Kran rausheben kann. Dann kam die Retourkutsche. Nö dafür sei er nicht zuständig, schloss den Kran ab und ging.
Nicht zu fassen. Pete ruft bei Mecamar an und klagt sein leid. Dann der Tipp von Pascal, der Mechaniker von Mecamar, sein Freund hätte einen Kran und würde das machen. Also lange Rede kurzer Sinn: Her damit, was immer das auch für´n Ding sein mag.
20 min Später kam das „Ding“. Wir trauen unseren Augen nicht!!
Ein 50 Tonnen Autokran biegt um die Ecke um unseren Motor rauszuheben. Ist ja wohl nen Witz - das ist rationelles Arbeiten. Wir kranen die Sparrow mit einem 12 Tonnen Kran an Land, um dann mit einem 50 Tonnen Kran den 120 Kg Motor rauszuheben Hahaha.


 

Nach getaner Arbeit und froh das alles doch noch geklappt hat, gab´s dann für die gesamte Crew ein Feierabendbier.

17.09.09
Heute bekommen wir die Nachricht dass unser Motor nicht angekommen sei. Na toll, jetzt stehen wir hier und es geht wieder nicht weiter…. Wir nutzen die Gelegenheit, und streichen die Motorraumbilge neu und warten ab.
Anschließend schlenderten wir durch den Hafen und lernen Edith und Renzo vom Trimaran Equinoxx kennen. Die beiden kamen gerade von ihrer 1,5 Jährigen Atlantikrundreise zurück. Da gab’s einiges zu erzählen, und wir konnten uns einige Seekarten zum kopieren leihen.
Abends dann Weinprobe auf der Equinoxx....

18.09.09
Toll, unser Motor ist nicht mitgekommen!
Angeblich haben sie bei der Endkontrolle noch gemerkt, dass an dem Motor ein falsches Getriebe sitzt.
Was bin ich doch für ein Glückspilz, dass sie das noch rechtzeitig gemerkt haben!
Gott sei Dank ist auch schon wieder Wochenende und bis Dienstag passiert eh nichts mehr.

22.09.09
Tja was soll ich sagen....der Motor ist wieder nicht da....Angeblich zur falschen Filiale geliefert. Eine harte Geduldsprobe für uns, da das Wetter gerade ideal wäre um die Biscaya zu überqueren. Also wieder mal warten...

23.09.09
Tja was soll ich sagen....der Motor ist wieder nicht da....Angeblich blablabla…Dann passiert das unerwartete. Silke dreht im Büro von Mecamar völlig durch und erklärte das wir unsere Anzahlung zurückfordern, das wir am nächsten Tag abreisen und er sich seinen Motor sonst wohin stecken könne.
Ich noch völlig verdutzt, war Silke schon unterwegs. Ich hetzte hinterher und fragte wie sie sich das vorstelle, wenn wir zwar das Geld wieder haben aber keinen Motor mehr?
Schei... egal, dann fahren wir halt ohne Motor.

Auf halber Strecke zum Boot überholt uns der Chef von Mecamar und springt uns vor die Räder.
Es tue ihm leid, dass es so lange dauert, er fährt jetzt persönlich nach Brest und holt den Motor ab und baut ihn anschließend ein.

Dann passiert das unfassbare:
Um 12:00 kam wieder der 50 T Kran um den neuen Motor einzubauen!
Um 17:30 der Motor ist auf seinem neuen Fundament fest Montiert!


25.09.09
Die Arbeiten am Motor sind abgeschlossen, und um 09:30 geht die Sparrow wieder ins Wasser.
Anschließend Probefahrt mit der Firma Mecamar in der Bucht vor Camaret.
Wir sind begeistert.
Die Firma Mecamar hat sehr gute Arbeit geleistet!
Zurück im Hafen ging es ans aufräumen und saubermachen.
Anschließend Dingi verstauen, alles Seefest laschen, Brot backen, Wasser nehmen und Proviant verstauen.

27.09.09
Um 10:10 heißt es endlich Leinen los Richtung La Coruna in Spanien, am anderen Ende der Biscaya.

Bei sonnigem Wetter zeigt sich die „gefürchtete“ Biscaya von ihrer besten Seite.
Wir fahren unter Parasail und Monitor Windsteuerung bzw. lassen fahren :-)
Das ging zwei Tage gut, so das wir uns gut von den Strapazen in Camaret erholen konnten.
Aber es wäre nicht die Biscaya wenn sie nicht doch noch mal ihre Zähne zeigen würde.

29.09.09
Um 14:50 Der Wind nimmt stetig zu, fahren inzwischen mit 50% gereffter Genua.
Um 17:45 Der Wind nimmt weiter zu, haben Sturmfock gesetzt, und laufen immer noch 4,5 – 5.5 Kn.
Die Wellen werden unangenehm und schaukeln unsere Sparrow ganz schön durch. Unter Deck ist alles am knarren und ächzen.

Um 20:00 holen wir für die Nacht die Sturmfock rein, und geben ca. 2-3 m² von der Genua frei. Wer weiß was noch kommt in der Nacht…
Laufen 3,5 – 4,5 Kn und legen uns schlafen.

30.09.09
09:10 der Wind hat sich gelegt wir steuern unter vollen Segeln La Coruna an.
14:30 wir machen in La Coruna fest.
Die Riekeits haben die Biscaya bezwungen.....lieber spät als nie!

Abschließend können wir sagen, dass wir unter für diese Jahreszeit sehr günstigen Bedingungen über die Biscaya gekommen sind.

Nun liegen wir im sonnigen La Coruna bei 26° und genießen unser Frühstück auf dem Sonnendeck :-)

Ach ja, fast hätte ich es vergessen..... wir haben diesmal keinen Motorschaden, und liegen freiwillig im Hafen!!!!!


CU
Silke & Pete
SY Sparrow
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