Silkes & Peters Weltumsegelung
Das Tagebuch der Riekeits
August 2009
Am 01.08.09
g ing es weiter Richtung Amsterdam. Wir haben auf der Tour dorthin
an einem Tag zwei!! Meere überquert. Das Ijsselmeer und das
Markermeer, in dem Gouwzee die Geburtsstätte unserer Sparrow
liegt. Abends erreichten wir dann Amsterdam, von wo aus wir in die
„ Stande Mast Route“ einfahren wollen.
Am 02.08.09
Haben wir A- Dam erstmal unsicher gemacht und Proviant und Diesel
besorgt
Am 03.08 09
Um 02.00 Uhr ging es dann im Konvoi durch Amsterdam. Das wird deshalb
um diese Uhrzeit gemacht, weil alle Brücken geöffnet werden
müssen und um diese Uhrzeit am wenigsten Verkehr ist. War schon
ein wenig beeindruckend mit unserer Sparrow mitten durch das nächtliche
Amsterdam zu fahren.
Am 04.08.09
Erreichen wir abends Vliessingen, von wo es wieder in die Nordsee
geht.
In Vliessingen machen wir 3 Tage Pause und nutzen die Gelegenheit
um noch ein paar Ersatzteile und Proviant einzukaufen, da Pete festgestellt
hat, dass wir irgendwo ein Loch in der Bilge haben, denn ständig
läuft unser Rotweinvorrat aus :-)
Am 07.08 09
Weiterfahrt nach Dunquerque, machen um 19:00 Uhr im Hafen fest.
21,10 € Liegegeld für eine Nacht, bislang das teuerste
auf unserer Reise!
Am 08.08.09
04:00 Uhr Leinen los und weiterfahrt nach Cherbourg.
06.00 Uhr Schreck in der Morgenstunde. Die Lenkung versagt ihren
Dienst, und das natürlich mitten in der Fahrrinne. (Toll Alex,
was haste da bloß gebaut :-)
Zum Glück war nur ein Bolzen aus dem Kreuzgelenk gerutscht
und in 5 Minuten ging es dann sichtlich erleichtert weiter.
Um 13:10 ausnahmsweise mal sonniges Wetter und wenig Wind. Das hat
Pete ausgenutzt und hat unseren neuen Parasail ausprobiert. Wir
sind völlig begeistert, weil er so einfach zu handhaben ist
und außerdem ein perfektes Sonnensegel ist :-)
17:08 Uhr haben wir die Monitor Windsteueranlage
in Betrieb genommen und alles für die bevorstehende Nachtfahrt
vorbereitet. Diese verlief ruhig und wir konnten abwechselnd schlafen.
Am 09.08.09
Um 19:30 Uhr in Hafen Cherbourg festgemacht, 21,90 Liegegeld pro
Nacht.
Cherbourg hat alles was das Seglerherz begehrt (leider brauchen
wir gerade nichts).
Wir nutzen den Landgang und machen Sightseeing in der Altstadt.
Am 11.08.09
Um 12:30 Leinen los Richtung Brest.
Wer sich über die Abfahrtzeiten wundert, die hängen mit
den Gezeitenströmungen zusammen, die gerade in dieser Gegend
extrem sind und es keinen Sinn macht da gegen anzukämpfen.
Die Fahrt verlief ohne besondere Vorkommnisse bis …
Am 12.08.09 um 16:30, als wir keinen Vortrieb mehr
hatten, obwohl der Motor lief.
Diagnose: Kupplungsschaden! Und das ausgerechnet jetzt, da kein
Wind zum segeln ist, gerade die Gegenströmung einsetzt und
uns Richtung Ile de Triagoz auf die Klippen drückt.
Super Urlaub! Wir sind begeistert und setzen einen Notruf ab, dass
wir Schlepphilfe zum nächsten Hafen benötigen.
17:45 Uhr: das Rettungsboot ist da und die Sparrow wird mal wieder
Abgeschleppt.
19:30 Uhr machen wir im Hafen Trebeurden fest. Darauf
folgt die nächste Überraschung.
Was in der Ostsee dank DGZRS noch umsonst ist, kostete uns hier
in Frankreich mal eben 765,00 €!!!!! für knapp 10 sm Schlepphilfe.
Und das allerbeste zum Schluss: 32,00 € Liegegeld pro Tag für
unsere Sparrow!!
Dafür wird einem hier aber auch nichts geboten außer
kaputten Spielplätzen und verfallenen Restaurants
13.08.09
Pete hat das Getriebe und die völlig zerfetzte Kupplungsscheibe
ausgebaut.
Anschließend waren wir im Ort in einer kleinen Autowerkstatt
die uns die Kupplungsscheibe wieder zusammenschweißte. Also
Einbau und am nächsten Tag und weiter Richtung Brest. Soweit
der Plan....
Am 14.08.09 um 12:00 Uhr Leinen los Kurs Ile de
Batz
Fahren unter Segel mit Motorunterstützung.
12:45 Uhr Es gibt einen Knall aus dem Motorraum und die Kupplung
ist wieder hin.
Hat ja toll gehalten die Schweißnaht!! Pete hat die Schnauze
voll.
Die Schleppkosten noch im Hinterkopf geht es nun im Schlepp mit
unserem Dingi und seinem Kräftigen 2,2 PS Außenborder
zurück nach Trebeurden.
Die Hafengesellschaft hatte daraufhin wohl Mitleid mit uns und hat
uns außerhalb des Hafens eine Mooringboje zugewiesen, an der
wir umsonst liegen durften.
Also Getriebe wieder raus und eine neue Kupplungsscheibe bestellt,
die nach 4 Tagen eintraf.
Die Zwischenzeit nutzte Pete sinnvoll. Siehe Foto:
Am 18.08.09 Getriebe eingebaut (neue Bestzeit :-)
Am 19.08.09 um 07:00 Uhr:
Leinen los Richtung LÁber Wrach. Dazu nahmen wir eine Abkürzung
zwischen Roskoff und der Ile de Batz durch einen Kanal, den man
nur bei Hochwasser befahren kann. Also warteten wir an einer Mooring
auf die Weiterfahrt und kontrollierten noch mal den Motor. Diagnose:
Getriebeöl in der Motorbilge. Da gehört es aber nicht
hin, sondern ins Getriebe! Also Getriebe wieder aufgefüllt
und beschlossen nur im Notfall zu Motoren.
Kein gutes Gefühl, aber muss ja weiter gehen. Entspanntes Segeln
ist aber was anderes!!!
Um 15:25 Uhr haben wir den Kanal passiert und beschließen
nach LÁber Wrach zu segeln, was unsren Zeitplan umwirft und
wieder eine Nachtfahrt ansteht.
Um 16:20 Uhr starten wir noch mal den Motor um zu gucken ob es nicht
doch geht, da wir totale Flaute haben.
Um 16:40 Uhr die Antwort vom Motor: Nein! Das war’s, erneutes
krachen, diesmal aber richtig und der Antrieb steht still.
Also völlig demoralisiert die Segel hoch, Käpt´n
Simrad an und mit 2,2 Kn fahrt geht’s weiter. Das wird nicht
reichen, wenn die Strömung einsetzt. Pete holt das Wetter für
die Nacht aus unserem Wetterdecoder. Die nächste Überraschung:
der hat sich mal eben weggehängt. Also auch kein Wetter :-(
Um 21:00 Uhr holen wir unser Dingi an Bord, weil
die Wellen plötzlich bedenkliche Ausmaße annehmen.
Am 20.08.09 um 02:00 Uhr kam der Wind und das nicht
zu knapp.
Pete misst mit unserem Aneometer 7-8 und vereinzelte Böen mit
9.
Das bei einer Wellenhöhe von ca. 4m.
Die Sparrow ließ sich nicht mehr auf Kurs halten, weil wir
gegen Welle, Wind und Gegenstrom nicht ankommen.
Da wir genug Seeraum um uns haben beschließen wir uns unter
Top und Takel beizudrehen und lassen uns treiben.
Also Segel runter Luken dicht und ab ins Bett..... aber richtig
schlafen war nicht drin :-)
Gegen Morgen beruhigte sich das Wetter und ein Positionscheck nach
dem Aufwachen zeigte uns, dass wir 12 sm zurückgetrieben waren.
Immer noch ziemlich Wellig draußen.
Das war vor LÁber Wrach, das wir ohne Motor
und ohne fremde Hilfe erreichten.
Um 16:30 Uhr fiel der Anker, und wir ins Bett.
Am 21.09.09
Heute wurden wir vom Portpilot geweckt, weil hier Ankern verboten
ist. Als wir ihm erklärten, dass wir keinen Motor haben schleppt
er uns zu einer Mooringboje, die aber 18,20 € pro Tag kostet!
Keinen Bock auf Diskussionen ergeben wir uns erstmal unserem Schicksal
und holen Preise für einen neuen Motor ein. Egal wie, wir landen
immer wieder zwischen 8.500 und 10.000 € - also für uns
nicht machbar. Frustriert denken wir übers Aufgeben nach. Aber
wie? Hier in Frankreich? Im Leben nicht!!
Also eine Lösung muss her!
Da kommt Thomas wieder ins Spiel, der uns unseren „Teileträger“
nun komplett nach Frankreich schickt.
Am 23.08.09 Umzug in den Hafen zum Motorausbau. Liegegeld 22,40
pro Tag! Aber immerhin incl. Strom ,Wasser, Dusche und Internet.

Am 24.08.09 Exkursion nach Brest. Nach zwei vergeblichen
Versuchen hier den Bus zu erwischen, trampten wir nach Brest. Wir
guckten im Hafen vergeblich nach was Gebrauchtem, kauften eine neue
GPS Maus und machten Sightseeing. Pete wollte noch etwas in die
Luft jagen, aber beim Blick in den Militärhafen haben wir es
uns dann noch mal überlegt :-)
27.08.09:
Der „Teileträger“ aus Deutschland ist da!
Und die Arbeit kann beginnen.... So viel wie im Moment habe ich
nicht an Motoren geschraubt, als ich noch meine Werkstatt hatte
:-) Alles sieht gut aus, und wir arbeiten im Akkord. Pete macht
nun aus zwei Motoren einen.
Am 29.08.09 ist es dann soweit, das wir den Motor
einbauen können. Wir sind inzwischen zur Attraktion im Hafen
geworden. Die Leute kommen und staunen über unser Werkzeug
und was wir noch alles aus unserer Sparrow rausholen. Sie sagen
ich hätte kein Boot sondern eine schwimmende Garage :-)
Nachmittags dann der Motoreinbau mit tatkräftiger
Unterstützung von der Crew der SY Bodic, die ebenfalls mit
Motorproblemen vor uns lag.
Nach getaner Arbeit gab’s ein Feierabendbier..... oder waren
es etwa zwei......oder drei? Ich weiß es nicht mehr :-)
Am 30.08.09 nach dem Frühstück verschwindet
Pete wieder im Motorraum, die Restarbeiten erledigen. Der Motor
hört sich gut an, lediglich das neue Getriebe mach uns etwas
sorgen, weil es für unsere Sparrow mit ihren doch knapp 7 to
etwas unterdimensioniert ist. Aber wollen wir mal das Beste hoffen....
31.08.09:
Die Arbeiten sind abgeschlossen, jetzt warten wir auf besseres Wetter
damit wir endlich den Golf von Biscaya queren können. Im August,
wie wir es geplant hatten, hat es ja nun nicht geklappt. Aber dafür
haben wir erneut das Kap Hoorn passiert! Diesmal in Frankreich :-)
Ob die Sparrow wieder fährt oder nicht sagt
euch der nächste Bericht :-)
CU
Silke & Pete
SY Sparrow
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