Silkes & Peters Weltumsegelung
Das Tagebuch der Riekeits
Juli 2009
Das wir unterwegs sind habt Ihr ja wohl alle mitbekommen,
da Loni ja bereits etwas vorgegriffen hatte :-)
Am 07.07.09 um 10:30 ging es dann endlich los über die Kanäle
Richtung Hamburg.
Besonders gefreut haben wir uns über unsere Freunde, die uns
zum Abschied hinterher gewunken haben und über das „Fresspaket“
von Lore und Wolfgang!

Die Kanalfahrt verlief relativ unspektakulär
bis zur Schleuse Geesthacht, die wir in einem Unwetter passieren
mussten, und zu allem Überfluss wurde Silke in der Schleuse
noch von einer Wespe unter der Achselhöhle gestochen. Da Silke
eine Wespengiftallergie hat hieß es nach dem schleusen erstmal
das Gegengift aus den Schaps suchen (war natürlich in der letzten
Ecke!) und trockene Klamotten anziehen.
Von dort aus ging es weiter in den Hamburger Jachthafen in Wedel,
wo uns Willi von der MY „Opas Shrimper“ seinen Liegeplatz
zur Verfügung gestellt hatte, damit wir die Sparrow Seeklar
machen können. Vielen Dank an dieser Stelle von uns auch an
Sven Nagel dem Hafenmeister für die Unterstützung beim
stellen der Masten. Wir können Yachthafen Wedel besten Gewissens
weiterempfehlen. Hier passt einfach alles!

Pete beim Maststellen in Wedel
Am 13.07.09 ging es dann mit einem kleinen Zwischenstopp
in Brunsbüttel weiter nach Cuxhaven. Das ist notwendig, da
die Elbe ein Tidengewässer ist, und es keinen Sinn macht gegen
die Strömung anzufahren.
Am 14.07.09 Ankunft in Cuxhaven.
Da wir bereits seit einiger Zeit Wasser nehmen, wollte Pete hier
die Stopfbuchse reparieren - ausserdem hatte sich die Familie angekündigt
um uns an unserem letzten Hafen am deutschen Festland zu verabschieden.
Dann begann das Drama... nachdem wir ohne erkennbaren Grund auf
Anordnung des Hafenmeisters 3(!) Mal unser Schiff verholen mussten
ging es in die Stadt die Yachtläden und Werften nach Stopfbuchsenband
abklappern.
Was wir dabei erlebten spottet jeder Beschreibung.
In einer Hafenstadt wie Cuxhaven ist so etwas nicht zu bekommen!!!
In einer Werft wollten sie gleich das Boot aus dem Wasser heben
und so wie ich mir das vorstelle ginge das sowieso nicht…
Also gleich weiter zur Trans Ocean Geschäftsstelle und mit
Frau Sallmann abgeklärt, das die nächsten Tage ein Paket
von SVB für uns ankommt.
So hatten wir dann 3 nette tage mit meinen Eltern und meinem Bruder
in und um Cuxhaven verbracht. Dann kam der Abschied…..und
eine etwas bedrückende Stimmung, als man sie so davonfahren
sah.

Die Familie zu Besuch auf der Sparrow
Am 19.07.09 hat Pete das Rigg erneuert. Damit für
die fahrt auf der Nordsee alles neu ist.
Abends dann lief Thomas mit seiner Frigga ein, der auch Richtung
Helgoland unterwegs ist.
Am 22.07.09 , 14:15 Abfahrt in Cuxhaven.
Nachdem der Hafenmeister versucht hat uns zu betuppen in dem er
einen Tag mehr berechnet und einer Diskussion über unsere Schiffslänge
kam es dann noch zu einer nicht ganz billigen Lösung für
uns. Hafengeld für 8 Tage 84 € !
Und ab geht’s Richtung Helgoland…. Cuxhaven sieht uns
so schnell nicht wieder!
Am 22.07.09 , 21:15 Ankunft in Helgoland
Helgoland ist ein Bundeshafen in dem man nur im Päckchen liegen
kann.
Unsere Begrüßung vom Skipper der SY Contra war ungefähr
so: Müsst ihr ausgerechnet an meinem Schiff festmachen? Und
außerdem wollen wir morgen um 5:00 Uhr los.
Nach kurzer Überlegung gingen wir ein Päckchen weiter
zu einem sehr netten Dänen, der uns mit den Worten "Herzlich
Willkommen" empfing, und uns beim festmachen half.
Die Contra war übrigens 2 Tage später immer noch da! Haben
wohl gaaaaanz doll verschlafen :-)
Am nächsten Tag konnten wir in einen privaten Clubhafen, in
dem wir eine eigene Box hatten. Pete nutzte das und baute die neue
Wellendichtung ein. Nun das nächste Drama, auf ganz Helgoland
war kein 10mm Wasserschlauch zu bekommen. Aber hier zählt noch
Nachbarschaftshilfe!!! Nachdem wir unser Problem einem Clubmitglied
geschildert hatten, machte er sich sofort ans Telefonieren, und
nachmittags hatten wir unseren Schlauch.
Von Bezahlung wollte er nichts wissen, es wäre ein Geschenk
der Insel. So etwas erlebt man nicht oft. Danke noch mal an dieser
Stelle von der Sparrow Crew!
Am 23.07.09 Die Riekeit´s passieren Kap Hoorn

Beim Inselrundgang entdecken wir Kap Hoorn, wussten
gar nicht dass das auf Helgoland ist ?
War auch gar nicht so schlimm wie alle sagen…
Danach ein Ausflug auf die Düne, wo wir mit
den Robben robbten.


Pete der Robbenschreck
Am 26.07.09 , 8:50 Abfahrt Helgoland Richtung Vlieland
(Niederlande)
Da wir Thomas mit seiner Frigga hier wieder getroffen
haben, haben wir beschlossen den Törn gemeinsam zu machen.
Fing auch alles ganz gut an, nur leider ohne Wind, und wenn, dann
genau auf die Nase.
So wurden aus kalkulierten 27 mal eben echte 37 Stunden. Es ging
die ganze Zeit bei kabbeliger See gegen an. Kurzum ein Törn
zum abgewöhnen! Das tollste jedoch war, dass die Sparrow immer
noch Wasser nahm, so dass wir alle 20 min abpumpen mussten. An schlafen
war also nicht zu denken!
Bei einer Ölkontrolle auf hoher See musste Pete in die Achterkoje
Öl holen und fand durch Zufall die Leckage. Das Wasser kam
über die Ruderwelle herein. Schrauben nachziehen und Fett reindrücken
- Fertig! Und das hat uns nun den Schlaf geraubt, und nen Haufen
Geld gekostet.... Cèst la Vié
Bei der Hafenansteuerung vor Vlieland ging vor einer
Untiefe plötzlich der Motor aus. Schei.... Passiert halt immer
im besten Moment!
Gott sei dank nur der Dieselfilter dicht, da bei der kabbeligen
See der Dreck im Tank aufgewirbelt wurde. Problem war also schnell
und ohne Fremdhilfe behoben.
Am 27.07.09, 21:30 Wir machen im völlig überfüllten
Yachthafen Vlieland fest.

28.07.09, 9:30
Wir werden vom Hafenmeister geweckt und müssen verholen. Unser
nächstes Boot nennen wir übrigens Verholnix :-)
Doch dann der Schock! Der Motor dreht nicht durch! Pete kontrolliert
Öl und stellt dabei fest, dass das Kurbelgehäuse voll
mit Wasser und Öl ist. Jetzt dreht Pete durch, was aber auch
nichts nützt.
Der Hafenmeister hilft uns und bringt uns zu einer Box in der wir
in Ruhe am Motor arbeiten können.
Also: Mumpfe raus, mit Diesel spülen, neue Filter, neues Öl,
Motor starten und alles wieder gut!?
Nee! Läuft zwar, schmeißt aber Öl aus dem Auspuff
und zieht wieder Wasser. Also noch mal das Ganze und kein Motorstart
mehr, damit er für ein Notmanöver bereit ist. Haben ja
schließlich ein Segelboot!
Mehr ist auf Vlieland nicht möglich, da es hier außer
Eis und Postkarten nichts gibt!
Am 29.07.09, 10:00 Abfahrt Richtung Harlingen (Niederlande
Festland)
Da wir den Motor Reparieren müssen beschließen
wir nach Harlingen zu Segeln.
Klappt ganz gut, machen 5,5 Knoten unter Segeln. Bei der Hafenansteuerung
kam der Wind wieder auf die Nase. Ein aufkreuzen war im Fahrwasser
nicht möglich, so funkten wir die Frigga an, die kurz vor uns
war ob sie uns in den Hafen Schleppt.
Gesagt getan, kurz danach waren wir im Schlepp.

Sparrow im Schlepp
Am 29.07.09, 15:30
Festgemacht im Noorderhaven Harlingen
In Harlingen Angekommen ging es auf die Jagd nach Ersatzteilen.
Da sich das auch hier schwierig gestaltete riefen wir nach langem
Überlegen Thomas aus der Heimat an.
Der schnappte sich unseren Reservemotor und machte sich damit auf
den Weg von Edemissen nach Harlingen.
Am 30.07.09, 11:30 Ankunft Thomas mit Motor

Nach kurzer Lagebesprechung sind wir erstmal Essen gegangen, ist
ja auch wichtig!
Dann ging es an den Motor. Nach eingehender Untersuchung und viel
Fachsimpelei haben wir den Fehler dann gefunden! Es war der Ölkühler!
So konnte Wasser ins Öl wenn der Motor aus war, und Öl
aus dem Auspuff wenn er lief.
Wegen so nem Teil hat man dann mal eben den Motor Ruiniert! Toll!
Am 31.07.09, 8:30
Thomas ist wieder auf dem Heimweg.
Ein gaaaaanz großer Dank von uns !!!
Wir machen die Sparrow wieder klar, denn morgen
geht es weiter nach Amsterdam.
......Ob sie jemals ankommen werden?.......
Die Antwort kommt nächsten Monat!
CU
Silke & Pete
SY Sparrow
|